Effi Briest

 

 

Effi Briest  -  (2015)

Libretto by Susanne Paasch after Theodor Fontane


"Effi Briest" after Theodor Fontane is our newest work, being completed this year. Below are excerpts from the first act, libretto by Susanne Paasch. The structure: alternating scenes and intermezzi.

Gary Bachlund

"Effi Briest" - von Theodor Fontane - ist unsere neueste, gemeinsame Oper, die in diesem Jahr 2015 abgeschlossen sein wird. Lassen Sie sichvom 1. Aufzug überraschen.

Susanne Paasch


 

Solisten:  Effi Briest (Lyrischer Sopran, auch Lyrischer Mezzosopran gr. P.) -- Geert, Baron von Innstetten (Bariton, gr. P.) -- Major Crampas (Tenor, m. P.) -- Luise, Frau von Briest und Effis Mutter (Mezzosopran, m. P.) -- Ritterschaft von Briest und Effis Vater (Bassbariton, m. P.) -- Alonzo Gieshübler (Tenor, m. P.) -- Marietta Trippelli (Mezzosopran, m. P.) -- Roswitha, Kindermädchen (m. P.) -- Geheimrat Wüllersdorf - (Bariton, m. P.) -- Johanna, Dienerin (Sopran, kl. P.) -- Annie, Effis Tochter (Mädchen, kl. P.) -- Bertha Jahnke (Sopran, kl. P.) -- Hertha Janke (Sopran, kl. P.)

 

Orchester:  3 Fl. (I auch kl. Fl.), Ob., Kl., B-Kl., Fag., Hr., Schl. (2 Spieler), Klav. (Konzertflügel - Bühne), Cel., Positif Orgel,  Hrf., Viol. I divisi, Viol. II divisi, Br. divisi, Vcl. divisi, Kb. divisi

 

Vorlauf zur 1. Szene

Sommertage im Ort Hohen-Cremmen: Effi (17) turnt auf der Schaukel vor der Terrasse des Hauses. Ihre Mutter, Luise von Briest, kündigt ihr den Besuch von Baron Geert von Innstetten (38) an, der sie einst liebte. Sie hat sich jedoch für einen anderen Mann entschieden, der gesellschaftlich besser gestellt war. Effis Freundinnen, die Zwillinge Bertha und Hertha rufen Effi, um mit ihr zu spielen: "Effi, komm." Baron Geert von Innstetten hält bei ihren Eltern um ihre Hand an. Effi und Geert werden verlobt.


Szene 1.  Mutter Luise von Briest, Effi turnt auf der Schaukel vor der Terrasse des Hauses, später Zwillinge Bertha und Hertha Jahnke.


Mutter       Nicht so wild, Effi! Eigentlich hättest du Kunstreiterin werden müssen.

                    Effi läuft auf die Mama zu und küsst sie stürmisch.

Effi              Von wem hab ich das? Doch nur von dir.

                    Die Zwillinge Bertha und Hertha treten auf.

Mutter        Leistet doch meiner Effi etwas Gesellschaft.

                    Ich habe ohnehin noch zu tun und junges Volk ist am liebsten unter sich.

                    Die Mutter geht ab.

Bertha         Deine Mama haben wir vertrieben.

Effi               Nicht doch. Sie erwartet nämlich Besuch. Einen alten Freund aus ihren Mädchentagen.

                      Ich habe ihn schon neulich in Schwantikow gesehen. Er ist Landrat, gute Figur und sehr männlich.

Bertha         Das ist die Hauptsache. Weiber weiblich, Männer männlich. Das ist einer von Papas Lieblingssätzen.

Hertha         Nun Effi, erzähl die Liebesgeschichte mit Entsagung.

Effi               Er heißt Geert von Innstetten, Baron von Innstetten. Er ist genau so alt wie Mama.

Hertha         Und wie alt ist denn deine Mama?

Effi               Achtunddreißig.

Bertha         Ein schönes Alter.

Hertha         Aber erzähl endlich die Geschichte.

Effi              Also Baron Innstetten! Als er noch keine zwanzig war, verkehrte er viel auf den Gütern hierherum.

                     So lernte er Mama kennen und sie verliebten sich.

Hertha        Und wie kam es nachher?

Effi              Nun, es kam, wie’s kommen musste.

                    Er war ja noch viel zu jung, und als mein Papa auftauchte, der schon Ritterschaftsrat war

                    und das Gut Hohen-Cremmen hatte, nahm sie ihn und wurde Frau von Briest.

Bertha        Und was tat Innstetten? Das Leben hat er sich ja nicht genommen.

Effi              Er studierte Juristerei, wie Papa sagt, und es heißt, Bismarck halte große Stücke von ihm. So kam es denn,

                    dass er Landrat wurde im Kessiner Kreis in Pommern und heute Mittag will er hier sein.

Hertha        Und was sagt dein Vater dazu?

Effi              Gar nichts. Er neckt die Mama bloß.

                    Es schlägt Mittag und man hört die Stimme der Mutter im Off.

Mutter        Effi!

Effi              Spielt nur weiter, ich bin gleich wieder da.

                    Effi läuft zur Terrasse. Bertha und Hertha gehen ab. Auftritt Mutter.

Effi             Mama, du darfst nicht schimpfen. Warum kommt der Baron so früh?

                    Also in fünf Minuten ist Aschenputtel in eine Prinzessin verwandelt.

                    Und das alles bloß, um einem ältlichen Landrat aus Hinterpommern „Guten Tag“ zu sagen.

                    Er könnte ja beinah mein Vater sein.

Mutter        Es ist das Beste, du bleibst wie du bist. Du siehst so natürlich aus, so gar nicht zurechtgemacht.

                     Ich muss dir nämlich sagen, meine süße Effi….

Effi              Aber Mama, was hast du nur?

Mutter        Ich muss dir nämlich sagen, Effi, dass Baron von Innstetten soeben um deine Hand angehalten hat.

Effi              Um meine Hand angehalten? Im Ernst?

Mutter        Du hast ihn vorgestern gesehen, und ich glaube, er hat dir auch gut gefallen.

                    Er ist ein Mann von Charakter – zum Glück älter als du – von guter Stellung und guten Sitten.

                    Du wirst mit zwanzig Jahren da stehen, wo andere erst mit vierzig stehen.

                    Du wirst deine Mama weit überholen. Effi!

                    Mutter und Effi gehen in das Haus. Bertha und Hertha kommen zurück.

Bertha        Effi! Komm!

Hertha        Effi! Komm!

                     Bertha und Hertha gehen langsam ab.


Intermezzo 1. - Verlobungsbilder von Effi und Innstetten mit Eltern.

Vorlauf zur 4. Szene.

Effi und Geert haben geheiratet und eine ausgedehnte Bildungs-und Hochzeitsreise nach Italien gemacht. Im November kommen sie im Hause des Landsrats von Innstetten in Kessin an. Effi hat kaum geschlafen. Sie glaubt, in ein Spukhaus geraten zu sein. In der Nacht hört sie beständig schleppende Schritte. Auch geistert ein Chinese durch die Räume.  Anfang bis Auftritt Gieshübler…..

Szene 4.  Innstetten am Schreibtisch. Effi kommt leise im Morgenmantel, stellt sich hinter ihn und umarmt ihn.

Geert         Schon?

Effi             Schon, sagst du? Du willst mich nur verspotten.

Geert         Aber nein, meine süße Effi.

Effi             Ich bin leider nicht immer sehr pünktlich, aber ich bin keine Langschläferin. Darin haben mich meine Eltern gut erzogen.

Geert         Darin? In allem, meine süße Effi.

Effi             Das sagst du nur, weil wir noch in den Flitterwochen sind….

                  Aber nein, die sind ja schon zu Ende. Wir sind ja über sechs Wochen verheiratet.

 

Der Diener bringt das Frühstück. Beide setzen sich an den Tisch.


                 Der Kaffee ist vorzüglich. Der schmeckt ja wie in Italien.

                 Überhaupt, Geert, jetzt sehe ich erst, wie vornehm ich mich verheiratet habe.

Geert     Effi, du bist ein entzückendes Geschöpf. Du weißt gar nicht, wie gern ich es dir jeden Augenblick zeigen möchte.

Effi         Nun, dazu ist ja noch genug Zeit. Ich bin ja erst siebzehn und habe noch nicht vor, zu sterben.

Geert     Ach! Wenigstens nicht vor mir. Und wenn ja, nähme ich dich am liebsten mit. Was meinst du dazu?

Effi         Das muss ich mir noch überlegen. Tod, ich bin für das Leben.

                Übrigens konnte ich heute Nacht eine ganze Weile nicht schlafen und ich habe sogar ein wenig Angst gehabt.

Geert     Warum denn, Effi?

Effi         Du hast mir während der Kutschfahrt vom Bahnhof hierher von einem Chinesen erzählt.
                Ein Chinese hat immer etwas Gruseliges, und ich habe dann immer gleich Albträume.

Geert     Aber Effi, der Chinese ist schon lange tot. Wenn du willst, will ich dir bei Gelegenheit mal sein Grab zeigen. Es liegt zwischen den Dünen und man hört dort immer das Meer rauschen.

Effi         Aber da war noch etwas anderes heute Nacht. Ich hörte einen sonderbaren Ton. Es war, als tanze man oben in langen Kleidern mit Schleppe.

Geert     Ja, das ist oben im Saal. Der Wind fegt die alten, zu langen Gardinen bei geöffneten Fenstern über die Dielen.

Effi         Dann müssen die Gardinen eben abgenommen werden. Und nun sage mir, wie werden wir hier leben? Hast du denn Familie in der Stadt?

Geert     Nein, meine liebe Effi, da muss ich dich leider enttäuschen. In der Nähe haben wir ein paar Adlige, die du kennen lernen wirst.

                In der Stadt gibt es ein paar Honoratioren, Prediger, Amtsrichter und…. den Apotheker Gieshübler.
                Er wird auch dein Freund werden, wenn ich dich und ihn richtig einschätze….

                Erwarte mich nicht vor drei. Es gibt drüben im Landratsamt viel zu tun.
 

Innstetten geht ab. Effi macht ihre Toilette. Johanna hilft ihr beim ankleiden. Ein Diener erscheint und meldet den Apotheker Gieshübler an.
 

Intermezzo 5. Effis Traum.

 

Vorlauf zur 5. Szene.

(aus 5. Szene)

Effi         Bitte Geert, du darfst nicht fort! Du darfst mich nicht allein lassen.

Geert     Aber, was hast du denn….

Effi         Er schleicht immer so dicht an mir vorbei!

Geert     Was? Wer?

Effi         Der aus dem Saal, von oben. Immer wieder, fast jede Nacht.

Geert     Unsinn! Immer wieder dieses alberne Zeug. Lächerlich, dieser spukende Chinese. Ich möchte davon nichts mehr hören.

Effi         Ja, wie ein Chinese hat er ausgesehen! Und dann… dieser sonderbare Ton. Es ist, als tanze man dort oben. Ich habe solche Albträume….

Intermezzo 6. Effis Albtraum.


 

Erster Aufzug   |   First Act

 

Intermezzo 7. Bilder vom Meer und Küste.

Intermezzo 8. Annies Tauffeier.  

 

Zweiter Aufzug    |    Second Act

 

Intermezzo 11. Berliner Festgesellschaft: Sylvesterfeier 1900.

 

Intermezzo 12. Bilder von Berlin, Kinderspiele.

 

 

Intermezzo 14. Nachtzug und Duell.

Intermezzo 21. Requiem für Effi.

 

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The libretto was completed April 2015, and musical setting was completed in first draft in June 2015, with revision in December.

 

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